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Natürliches Deo: Was es kann, was nicht und was Sie vor dem Umstieg wissen sollten

Ein Deodorant überdeckt oder begrenzt Körpergeruch. Ein Antitranspirant verringert das Schwitzen mit Aluminiumsalzen, die der wissenschaftliche Ausschuss der EU innerhalb fester Grenzwerte als sicher einstuft. Ein „natürliches“ Deo hält Sie nicht trocken, und das enthaltene Natron kann die Haut reizen.

Von Savvas Nicolaides · · 6 Min. Lesezeit

Ein Löffel weißes Pulver auf dunklem Holz
Foto: Alexander Grey / Unsplash

Ein Deodorant begrenzt oder überdeckt den Schweißgeruch. Ein Antitranspirant verringert den Schweiß selbst, meist mit Aluminiumsalzen. Die meisten „natürlichen“ Deos enthalten kein Aluminium und halten Sie daher nicht trocken, sie helfen nur gegen Geruch. Wenn Sie aus Sorge vor Krebs umsteigen möchten, ist es gut zu wissen, dass die großen Krebsorganisationen keinen Zusammenhang sehen. Wenn Sie aus anderen Gründen wechseln, achten Sie auf Natron und Duftstoffe, die die Haut reizen können.

Was ist der Unterschied zwischen Deodorant und Antitranspirant?

Schweiß selbst riecht nicht. Laut DermNet entsteht der Geruch, wenn die Bakterien, die normalerweise auf der Haut leben, Schweiß, Talg und Keratin abbauen. In den Achseln gibt es außerdem apokrine Drüsen, die nach der Pubertät einen dickflüssigeren Schweiß bilden. Er ist die Hauptquelle für starken Körpergeruch.

  • Deodorant (rechtlich: Desodorierungsmittel): stoppt den Schweiß nicht. Es überdeckt Geruch oder hindert Bakterien daran, ihn zu bilden.
  • Antitranspirant (rechtlich: schweißhemmendes Mittel): Aluminiumsalze (etwa Aluminium Chlorohydrate) verschließen die Schweißdrüsenausgänge vorübergehend, sodass weniger Schweiß an die Hautoberfläche gelangt. Viele Antitranspirantien wirken gleichzeitig als Deodorant.

Suchen Sie in der Liste der Bestandteile nach Wörtern, die mit „Aluminium“ oder „Alum“ beginnen. Deo-Kristalle zum Beispiel bestehen meist aus Alaun (Potassium Alum), das ebenfalls ein Aluminiumsalz ist, auch wenn es als „natürlich“ verkauft wird.

Sind Aluminiumsalze sicher?

Der Wissenschaftliche Ausschuss „Verbrauchersicherheit“ (SCCS) der EU hat die Frage mit neuen Daten aus einer Studie am Menschen geprüft und 2020 festgestellt, dass Aluminiumverbindungen sicher sind, bei Aluminiumkonzentrationen bis 6,25 % in Deodorants und Antitranspirantien, die keine Sprays sind, und bis 10,60 % in Sprays. Der Ausschuss stellte außerdem fest, dass die tägliche Verwendung von Kosmetik nicht wesentlich zu dem Aluminium beiträgt, das der Körper aus anderen Quellen aufnimmt, vor allem aus Lebensmitteln.

Zum Thema Brustkrebs:

  • Cancer Research UK erklärt, dass Deodorants und Antitranspirantien das Krebsrisiko nicht erhöhen und die besten Studien keinen Zusammenhang mit Aluminium zeigen.
  • Die American Cancer Society verweist auf eine Studie, in der nur 0,012 % des Aluminiums aus einem Antitranspirant über die Haut aufgenommen wurden. Sie weist außerdem darauf hin, dass keine große Organisation (IARC, NTP, FDA) schlüssige Belege für einen Zusammenhang mit Krebs gefunden hat.

Wenn Ihnen ein Antitranspirant gut bekommt, müssen Sie also aus diesem Grund nicht darauf verzichten. Wenn Ihre Hautärztin oder Ihr Hautarzt Ihnen geraten hat, Aluminium zu meiden, wie DermNet es bei Hidradenitis suppurativa empfiehlt, folgen Sie diesem Rat.

Was kann ein „natürliches“ Deo, und was nicht?

Es kann Geruch begrenzen: mit Inhaltsstoffen, die Bakterien oder deren Enzyme hemmen (etwa Triethyl Citrate), mit Zinksalzen, mit Stärken, die Feuchtigkeit an der Oberfläche aufnehmen, oder einfach mit Duftstoffen.

Es kann Sie nicht so trocken halten wie ein Antitranspirant. Ohne Aluminiumsalze schwitzen Sie ganz normal.

Und „natürlich“ heißt nicht „allergiefrei“. In der medizinischen Literatur sind Fälle von allergischer Kontaktdermatitis durch natürliche Deos beschrieben: vier Personen mit einer Allergie gegen einen Flechtenextrakt (J Am Acad Dermatol, 2006) und eine mit einer Allergie gegen Zinkricinoleat (Contact Dermatitis, 2024). Auch ätherische Öle und Duftstoffe können Allergien auslösen.

Natürliche Deos unterscheiden sich stark. Manche Sprays kommen ohne Aluminiumsalze, Duftstoffe und Alkohol aus und bekämpfen Geruch mit Triethyl Citrate, eine Option für empfindliche Haut. Andere sind Balsame, die man mit den Fingern aufträgt, oft mit Natron, Reis- oder Maisstärke, Sheabutter und Duftstoffen oder ätherischen Ölen. Solche Balsame helfen gegen Geruch und Feuchtigkeit an der Oberfläche, nicht gegen das Schwitzen.

Warum verträgt nicht jeder Natron?

Natron (Natriumhydrogencarbonat, INCI: Sodium Bicarbonate) ist alkalisch: Eine Lösung davon hat einen pH-Wert von etwa 8,3. Die Hautoberfläche ist sauer, mit einem durchschnittlichen pH-Wert unter 5, wie eine Studie mit 330 Personen zeigte. In der Achsel, wo die Haut dünn ist und reibt, kann dieser Unterschied manche Menschen stören. Wenn nach dem Umstieg Rötung, Brennen oder Juckreiz auftreten:

  • setzen Sie das Produkt ab und lassen Sie die Haut zur Ruhe kommen,
  • probieren Sie eine Rezeptur ohne Natron und ohne Duftstoffe,
  • tragen Sie es nicht direkt nach der Rasur auf, und immer auf saubere, trockene Haut.

Gibt es beim Umstieg eine „Entgiftungsphase“?

Oft liest man, die Achseln bräuchten Wochen, um zu „entgiften“. Dafür haben wir keine Belege in der Forschung gefunden. Die American Cancer Society erklärt, dass Schweißdrüsen vor allem dazu da sind, den Körper zu kühlen, nicht um Giftstoffe auszuscheiden. Diese werden hauptsächlich über Leber und Nieren ausgeschieden.

Was sich in der Praxis ändert, ist einfach: Wenn Sie ein Antitranspirant absetzen, schwitzen Sie so viel wie vor der Anwendung. Geben Sie sich etwas Zeit, das Produkt und die Routine zu finden, die zu Ihnen passen, und halten Sie an heißen Sommertagen ein Ersatz-T-Shirt bereit.

Schneller Check am Regal

  • Möchten Sie weniger Schweiß oder nur weniger Geruch? Gegen Schweiß brauchen Sie ein Antitranspirant.
  • Steht „Aluminium“ oder „Alum“ auf der Liste?
  • Enthält es Natron (Sodium Bicarbonate)? Bei empfindlicher Haut lieber eines ohne.
  • Enthält es „Parfum“ oder ätherische Öle?
  • Haben Sie es zuerst einige Tage an einer kleinen Stelle getestet?

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS sollten Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt sprechen, wenn Sie plötzlich viel stärker schwitzen als sonst oder wenn sich der Körpergeruch mit eigenen Maßnahmen nicht bessert. In der Apotheke kann man Ihnen stärkere Antitranspirantien empfehlen, und es gibt Behandlungen gegen übermäßiges Schwitzen. Gehen Sie auch zur Hautärztin oder zum Hautarzt, wenn in der Achsel Ausschlag, Blasen oder Schwellungen auftreten, die nach dem Absetzen des Produkts nicht abklingen.

Häufige Fragen

Kann ich Antitranspirant und Deodorant zusammen verwenden?

Ja. DermNet empfiehlt, das Antitranspirant abends auf trockene Haut aufzutragen, weil wir im Schlaf weniger schwitzen. So wirkt es besser und reizt weniger. Morgens können Sie ein Deodorant verwenden. Sie müssen sich nicht für eines von beiden entscheiden.

Sind Deo-Kristalle „aluminiumfrei“?

Meist nicht. Die meisten bestehen aus Alaun (Kalium- oder Ammoniumalaun), einem Aluminiumsalz. Prüfen Sie die Liste der Bestandteile.

Warum soll ich am Tag einer Mammografie kein Deo verwenden?

Laut American Cancer Society enthalten viele dieser Produkte Aluminium, das auf einer Mammografie als winzige weiße Pünktchen erscheinen und die Auswertung erschweren kann. Das bedeutet nicht, dass Aluminium gefährlich ist, nur dass es das Bild beeinflussen kann.


Quellen: SCCS, Opinion on the safety of aluminium in cosmetic products (SCCS/1613/19, endgültige Fassung 3.–4. März 2020), Cancer Research UK, Do cosmetics cause cancer?, American Cancer Society, Antiperspirants and Breast Cancer Risk, DermNet, Antiperspirant, DermNet, Bromhidrosis, NHS, Body odour, Sheu M et al., Allergic contact dermatitis from a natural deodorant, J Am Acad Dermatol 2006, Samaran Q et al., Allergic contact dermatitis to zinc ricinoleate in a "natural" deodorant, Contact Dermatitis 2024, Lambers H et al., Natural skin surface pH is on average below 5, Int J Cosmet Sci 2006, PubChem, Sodium bicarbonate (pH).

Dieser Artikel dient nur der Information und ersetzt keine Beratung durch Ärztin, Arzt oder Apotheke.

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