Ein After-Sun-Produkt leistet zwei Dinge: Es spendet Feuchtigkeit für Haut, die von Sonne, Meer und Salz ausgetrocknet ist, und es sorgt dafür, dass sie sich kühler und angenehmer anfühlt. Den Schaden, den UV-Strahlung bereits angerichtet hat, macht es nicht rückgängig, und es ersetzt keinen Sonnenschutz. Bei einem leichten Sonnenbrand hilft am meisten: raus aus der Sonne, eine kühle Dusche, eine parfümfreie Creme und viel Wasser. Wenn sich Blasen bilden, Sie Fieber bekommen oder ein Kind einen Sonnenbrand hat, gehen Sie zum Arzt.
Was bewirkt ein After-Sun-Produkt eigentlich?
Ein After-Sun-Produkt ist ein kosmetisches Mittel. Meist ist es eine leichte Lotion oder ein Gel, das sich gut auf großen Flächen verteilen lässt. Es enthält feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe und oft auch solche, die sich kühlend anfühlen, etwa Aloe.
Was es nicht tut:
- Es „repariert“ keinen Sonnenbrand. Laut DermNet schädigt UV-Strahlung die DNA der Hautzellen, und dieser Schaden führt zu Rötung und Schwellung. Keine Creme, die man danach aufträgt, macht ihn rückgängig.
- Es schützt Sie nicht am nächsten Tag. Wenn Sie wieder in die Sonne gehen, brauchen Sie Sonnenschutzmittel, Schatten und Kleidung.
- Es senkt Ihr Hautkrebsrisiko nicht. Der britische Gesundheitsdienst NHS weist darauf hin, dass Sonnenbrand dieses Risiko erhöht. Die einzige echte Antwort ist Vorbeugung.
Kurz gesagt: After-Sun ist für das Wohlbefinden da, nicht für den Schutz.
Wie lässt sich ein leichter Sonnenbrand lindern?
Der NHS und die American Academy of Dermatology (AAD) geben ähnliche Ratschläge:
- Gehen Sie so schnell wie möglich aus der Sonne und halten Sie die verbrannte Haut von direkter Sonne fern, bis sie vollständig verheilt ist.
- Kühlen Sie die Haut mit einer kühlen Dusche, einem Bad oder einem feuchten Handtuch. Achten Sie bei Babys und kleinen Kindern darauf, dass sie nicht auskühlen.
- Tragen Sie ein After-Sun-Produkt oder eine parfümfreie Feuchtigkeitscreme auf. Die AAD empfiehlt, sie aufzutragen, solange die Haut nach dem Duschen noch leicht feucht ist, und erneut, wann immer sie sich unangenehm anfühlt. Als gute Wahl nennt sie Feuchtigkeitscremes mit Aloe vera.
- Trinken Sie viel Wasser. Ein Sonnenbrand zieht Flüssigkeit in die Haut, sodass Sie leichter austrocknen. Verzichten Sie auf Alkohol.
- Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können gegen die Schmerzen helfen, wenn Sie sich an die Packungsbeilage halten. Fragen Sie in der Apotheke nach, wenn Sie nicht sicher sind, ob sie für Sie geeignet sind.
Was Sie laut NHS nicht tun sollten:
- Kein Eis und keine Kühlakkus direkt auf die Haut legen.
- Keine Vaseline auf verbrannte Haut auftragen.
- Blasen nicht aufstechen und sich schälende Haut nicht aufkratzen oder abziehen.
- Keine enge Kleidung über der verbrannten Stelle tragen.
Ein leichter Sonnenbrand bessert sich meist innerhalb von etwa einer Woche.
Aloe, Duftstoffe und empfindliche Haut
Aloe ist einer der häufigsten Inhaltsstoffe in After-Sun-Produkten, und sowohl die AAD als auch DermNet zählen sie zu den Dingen, mit denen sich die Haut ruhiger anfühlt.
Wenn Ihre Haut empfindlich ist, lohnt sich trotzdem ein Blick auf die Liste der Bestandteile. Verbrannte Haut reagiert leichter gereizt, und der NHS empfiehlt eine parfümfreie Feuchtigkeitscreme, wenn Sie kein After-Sun-Produkt verwenden. Duftstoffe, ob natürlich oder synthetisch, gehören zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien. Wenn Sie „Parfum“, ätherische Öle oder Namen wie Linalool und Limonene auf der Liste sehen, enthält das Produkt Duftstoffe.
Genau in diesem Punkt unterscheiden sich After-Sun-Produkte stark. Manche sind leichte, parfümfreie Lotionen für Gesicht und Körper, oft auch ohne Konservierungsstoffe. Andere sind Gel-Lotionen mit Aloe und Pflanzenölen, die natürliche Duftstoffe enthalten. Wenn Ihre Haut leicht reagiert, ist eine parfümfreie Lotion die sicherere Wahl. Wenn Duftstoffe für Sie kein Problem sind und Sie Gel-Texturen mögen, ist auch die zweite Variante eine gute Option.
Sonne im Süden: Warum Vorbeugung wichtiger ist
Ob im Strandurlaub im Süden oder im Sommer zu Hause: Gelegenheiten für einen Sonnenbrand gibt es viele. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Sonnenschutz, sobald der UV-Index 3 oder mehr erreicht, und weist darauf hin, dass die UV-Strahlung um den Sonnenhöchststand am stärksten ist. Laut DermNet ist das Sonnenbrandrisiko typischerweise zwischen 10 und 14 Uhr am höchsten.
In der Praxis:
- Schauen Sie im Wetterbericht nach dem UV-Index des Tages.
- Suchen Sie mittags Schatten, besonders mit Kindern.
- Tragen Sie genug Sonnenschutzmittel auf und erneuern Sie es nach dem Schwimmen und Abtrocknen.
- Ein Hut, eine Sonnenbrille und ein leichtes T-Shirt bewirken mehr, als man denkt.
Hilfe bei der Wahl des Sonnenschutzes finden Sie in unserem Artikel über mineralischen und chemischen Sonnenschutz.
Kurzer Check nach dem Strand
- Kühl duschen, nicht heiß.
- After-Sun oder eine parfümfreie Feuchtigkeitscreme auf die leicht feuchte Haut.
- Viel Wasser, wenig oder gar kein Alkohol.
- Verbrannte Haut in den nächsten Tagen aus der Sonne halten.
- Morgen: Sonnenschutz, Schatten, Hut.
Wann Sie zum Arzt gehen sollten
Laut NHS sollten Sie sich dringend ärztlich beraten lassen, wenn nach dem Aufenthalt in der Sonne:
- Ihre Haut Blasen wirft oder geschwollen ist
- Sie sehr hohes Fieber haben oder Ihnen heiß, kalt oder fröstelig ist
- Sie sich sehr müde, schwindelig oder übel fühlen
- Sie Kopfschmerzen oder Muskelkrämpfe haben
- ein Baby oder Kleinkind einen Sonnenbrand hat
Ein schwerer Sonnenbrand kann mit Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag einhergehen, und das kann ernst sein. In leichteren Fällen kann Ihnen die Apotheke sagen, was Sie verwenden sollten und ob Sie zum Arzt müssen.
Häufige Fragen
Kann ich statt After-Sun eine normale Feuchtigkeitscreme verwenden?
Ja. Der NHS empfiehlt ein After-Sun-Produkt oder eine parfümfreie Feuchtigkeitscreme. Der Unterschied liegt vor allem in der Textur: After-Sun-Produkte sind meist leichter und lassen sich gut auf dem ganzen Körper verteilen.
Hilft es, After-Sun im Kühlschrank aufzubewahren?
Viele empfinden eine kühle Lotion als angenehmer. Das ist eine Frage des Wohlbefindens. Legen Sie aber kein Eis direkt auf die Haut.
Brauche ich After-Sun, wenn ich braun werde, ohne zu verbrennen?
Es ist nicht nötig, aber eine Feuchtigkeitscreme hilft, wenn sich Ihre Haut nach Sonne und Meer trocken anfühlt.
Quellen: NHS, Sunburn, American Academy of Dermatology, How to treat sunburn, DermNet, Sunburn, DermNet, Fragrance allergy, World Health Organization, Radiation: The ultraviolet (UV) index.
